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Stimmungsbericht von der kanadischen Riviera  (2.Teil)

Auch wenn es offiziell nicht erlaubt ist, leben die meisten Eigner auf ihren Booten in Cole Harbour, zahlen je nach Abmessungen ihres schwimmenden Zuhauses zwischen 400 und 500 Dollar Liegegebühr im Monat für eine Toplage zu Füssen der teuersten Appartementgebäude – mit bestem Blick vom Steuerstand aus Richtung Stanley Park und Mount Seymour. Inoffiziell hat niemand etwas dagegen. „Wir sind dort wie eine grosse Familie, feiern fast jeden Abend auf irgendeinem anderen Boot. Wir können jederzeit die Taue lösen, sind eine Stunde später in Spanish Banks, können vor Ladenschluss zurück sein und abends in die Oper oder auf ein Rolling Stones-Konzert gehen. Das hast Du auf Antigua nicht…“

Vorsichtig sein müssen die Skipper Vancouvers bei Gegenverkehr aus der Luft: Wasserflugzeuge haben immer Vorfahrt. Ihre gedachte Landepiste ist keine 100 Meter von Cole Harbour entfernt. „Die Jungs haben es drauf“, sagt Jeremy. „Manchmal ziehen sie draussen in der Bucht sehr flach über die Masten hinweg.“ Dass nichts schief geht, wird vom Dach des Wolkenkratzers der „Vancouver Sun“ aus sicher gestellt. Auf der Spitze des Zeitungshochhauses befindet sich der Tower der Wasserflugzeug-Basis.
Bill Reed liebt die Strände so sehr, dass er seit zwanzig Jahren ehrenamtlich baden geht. „Ich brauche einen Vorwand, um jede freie Minute dort verbringen zu können“, lacht er.

Der Grafiker jobbt so oft es geht als Rettungsschwimmer und bezieht Position am Strand von English Bay: rote Hose, rotes Shirt, rote Jacke, rote Schirmmütze, schlabberige Sandalen und sehr coole Sonnenbrille. „Manchmal“, sagt er, „lässt es sich hier am Strand richtig gut flirten, aber der Aufpasser-Job geht natürlich immer vor.“ Er schiebt die Brille nach vorne und zwinkert mit dem linken Auge. Von halb zwölf vormittags bis neun Uhr abends sind die zehn „Lifeguard“ –Stationen an Vancouvers Stadtstränden zwischen Mitte Mai und Mitte September besetzt.

Wenn er selber ins Wasser will, steuert er Wreck Beach an, den neuen Lieblingsstrand gerade der jüngeren Leute aus Vancouver – am abgelegensten Zipfel der „Kanadischen Riviera“ nahe der Mündung des Fraser River. „Du kannst nicht direkt am Strand parken, musst zu Fuss über das Gelände der Universität laufen, durch den Wald. Das ist der Polizei zu mühsam, und deshalb ist Wreck Beach unser Nudistenstrand geworden.“ Wer will, zieht sich aus. Wer es nicht will, lässt es bleiben. Beides nebeneinander ist kein Problem. Jeder wie es ihm gefällt.

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Christian Wagner

Bericht von Helge Sobik, mit freundlicher Genehmigung von Flex/Tui Travel

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