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Ein verrücktes Weekend in der Hauptstadt Mozambiques 
Wer viel reist, dem kann es schon mal passieren, dass man wegen eines verpassten Anschlussfluges unfreiwillig ein Wochenende in einer fremden Stadt verbringen muss. So strandeten wir in Maputo der Hauptstadt Mozambiques, eine Stadt von der ich zuerst mal nachschauen musste, wie man den Namen korrekt schreibt.  
Glücklicherweise gab es da João, einen jungen portugiesischen Ingenieur mit viel Insiderwissen von der lokalen Ausgangszene. Dank ihm nutzen wir die unerwartete Gelegenheit diese Nacht in der wenig bekannten Metropole bis ins Morgengrauen durchzufeiern. Da es keine offiziellen Clubs gibt, wo man am Abend hin kann, wird von den tanzfreudigen Einheimischen vor allem fantasievoll improvisiert

 

 

Da wird am Samstagabend die beliebte Strandpromenade aus einer Vielzahl von Autoradios beschallt. Die Autos erinnern mich an verlassene Fluchtfahrzeuge mit ihren weit geöffneten Türen. Dabei verteilen sie bis zur Erschöpfung der Akkus lautstarken Reggeaton einer lokalen Radiostation.  Dazu wird getanzt, gelacht und gefeiert. Viele Einheimische nutzen dieses Gratisangebot.

 

Weiter geht es ins „Eagles“ einem zu einer Bar umfunktionierten Eingangsbereich des Sportstadions. Das liebevoll hergerichtete Dekor verleiht der Location einen Hauch von Internationalität auf jeden Fall ist dieser Wunsch erkennbar. Hier trifft sich die lokale jeunesse d’oree zum abfeiern. Gespielt werden die aktuellen Hits aus den internationalen Charts. Nach einem Drink geht's weiter. Auf der Ladefläche unserer Pick up’s holpern wir durch die milde Nacht bis hin zum Bahnhof. Dieses 1908 erbaute Gebäude wurde bekannt als Kulisse im Film  „Blood Diamonds“. Am Weekend verwandelt sich der Bahnsteig 1 im nächtlichen,  menschenleeren Bahnhof in eine gediegene Bar. Junge Expats tanzen ausgelassen Salsa und verlebt wirkende Südafrikaner im astreinen 70er Discooutfit bewegen sich zum Group Dance. Die unfreiwillige Skurrilität dieser Szene im originalen Belle Epoche Ambiente war kaum zu übertreffen. Nach Mitternacht lichten sich die Reihen - auch uns zieht es weiter.
 
Ein riesiger schwarzer Vorhang versperrt den Blick in eine Seitengasse. Gegen einen Eintritt von 200 Metical gibt es zwei Drinks und die Erlaubnis hinter den Vorhang zu huschen. Zwischen kolonialem Gemäuer bevölkert eine internationale Mischung an Nachtschwärmern die Gasse. Man fühlt sich ein wenig  an die illegalen Parties in Goa erinnert. Lediglich die Musik orientiert sich an den 80ern und der bunte Mix an Nachtschwärmern lässt etliche spannende Biografien vermuten, die sich hier zu vorgerückter Stunde noch mit einem Drink versorgen. Schnell kommt man ins Gespräch.

Müde ging es frühmorgens zurück ins Hotel. Gehörig erledigt, fühlten wir uns nach dieser durchgefeierten Nacht „Caputo in Maputo“. Wir erlebten eine Nacht voller Überraschungen in einer Stadt, in der wir das kaum für möglich gehalten hatten. Eine Nacht an die wir uns gerne erinnern werden – dank verpasstem Anschlussflug. 

Christian Wagner

travelshop  - basel

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