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Unser Flug von Adelaide nach Port Lincoln, eine kleine Stadt, die für die Zucht und Verarbeitung von Thunfisch bekannt ist, der hauptsächlich nach Japan verkauft wird, markiert die zweite Etappe unserer Reise zur Erkundung (eines Teils!) von Südaustralien. Eine lange Verkehrsader zieht sich vom Süden bis zum Norden der Eyre-Halbinsel.

Zunächst fahren wir durch das kleine Bauerndorf Wudinna, in dem nur wenige Häuser stehen und das stolz darauf ist, genau in der Mitte zwischen Sydney und Perth zu liegen, um schliesslich zum Kangaluna Bush Camp weiterzureisen. Das Camp besteht aus mehreren Zelten, die auf Holzstelzen stehen: Der direkte „Kontakt“ zum Boden wird im Busch wegen der vielen Insekten und kleinen Tiere so gut es geht vermieden. Die stabilen Zelte sind sehr „elegant“ und gemütlich. Sie lassen sich durch einen Reisverschluss öffnen, sind mit Fenstern mit Insektengittern versehen und mit bequemen Betten eingerichtet. Ausserdem sind die Zelte mit Ventilator, Klimaanlage, Dusche, Warmwasser und einer Abwasserpumpe ausgestattet. Das Camp befindet sich mitten im Busch, deshalb gibt es hier wirklich nichts – nicht einmal Strom. Dieser muss im Camp durch einen eigenen Generator produziert werden. Trotzdem ist hier für den notwendigen „Komfort“ gesorgt.

 

Edward John Eyre war einer der Ersten, als er 1839 das Gebiet der Gawler Ranges erkundete. Die Schönheit der Natur dieser weitläufigen Gegend ist wirklich einmalig. Ungefähr 140 verschiedene Vogelarten, drei der fünf in Australien lebenden Känguruarten und der Gelbfuss-Felswallaby sind hier beheimatet.

 Das Kangaluna Camp und Umgebung

In der Umgebung des Camps befinden sich zahlreiche Salzseen. Es lässt sich kaum ergründen, wie viele dieser Seen wirklich im Gebiet der Gawler Ranges sind – es gibt jedoch sehr viele davon und sie sind allesamt interessant und schön anzusehen. Die Seen mit weissen Salzablagerungen am Rand sind von mehrfarbigen Felsen umgeben; durch die Mineralien lässt sich das „Alter“ dieses Flecks Erde bestimmen, das auf mehrere Millionen Jahre geschätzt wird. Das anliegende Land, das durch das jahreszeitenabhängige Auf und Ab des Wassers gezeichnet ist, ist durch eine unglaubliche Farbenvielfalt geprägt. Auch die abwechslungsreiche Vegetation ist bemerkenswert und das, obwohl schon bald die Trockenzeit anbricht. Einen spektakulären Anblick  bietet die Felsformation Orgelpfeifen, die wie ein Amphitheater um eine Mulde mit ausgeprägter Vegetation angeordnet ist und in die Höhe ragt.

Es ist absolut nachvollziehbar, dass dieser Ort mit seiner imposanten Felsenformation in roten, gelben und ockerfarbenen Farbtönen seit jeher von Aborigines als heiliger Ort betrachtet wird.

Bei der Rückkehr zum Camp begegnen wir neugierigen Kängurus und entdecken Hügel von Beutelmaulwürfen – dies sind Beutelsäuger, die in unterirdischen Gängen leben, die sie mit ihren starken Vorderpfoten graben. Das Panorama ist alles andere als eintönig: Weit und breit Bäume, verschiedenartige Büsche und Sträucher sowie trockene gelbe Gräser prägen das Landschaftsbild. Ausserdem gibt es überall Insekten, die für uns Touristen natürlich lästig sind. Aber hier ist nun mal ihr Zuhause!

Der beeindruckende Gairdner Lake

Die Reiseführerin Rose fährt uns mit dem Jeep in Richtung Norden zum Gairdnersee, der sich im gleichnamigen Nationalpark befindet. Wir verlassen den Ranges-Park und fahren über Flachland, das mit kleinen Felsen in verschiedenen Farbtönen gespickt ist. Unsere Reiseführerin zeigt uns, wie die Aborigines die verschiedenen Farben herstellten, die sie einst für Stammesrituale verwendeten. Mit wenigen Tropfen Wasser kann die oberste Schicht der Felsen abgetragen werden, wodurch Farbinkturen in verschiedenen Farbtönen entstehen: Von Hellgrau über Ockerfarben bis hin zu Rot. Schliesslich kommen wir am Gairdnersee an, der einen wirklich beeindruckenden Panoramablick bietet. Der ca. 8-10 Kilometer breite und ca. 160 Kilometer lange See erstrahlt durch sein Salz im reinsten Weiss. Der nicht allzu tiefe See hat eine ungefähr 3 Meter dicke Salzschicht, über die sich besonders australische Rennfahrer freuen. Jedes Jahr (im Januar und Februar) werden Rennen mit Spezialfahrzeugen und Raketenautos ausgerichtet, um neue Geschwindigkeitsrekorde auszustellen. Die Rückfahrt nach Kangaluna ist sehr holprig und eine richtige Herausforderung für Jeep und Fahrer. Auf dem steinigen Weg werden wir geradezu durchgeschüttelt. Nachdem wir Kängurus und Emus begegnet sind, beobachten wir einen spektakulären Sonnenuntergang an einem See in der Nähe des Camps, der halb aus Wasser, halb aus Salz besteht. Wie richtige Abenteurer essen wir unter dem freien Sternenhimmel zu Abend – der einzige Störfaktor sind wie immer die zahlreichen Insekten. Aber als richtige Naturliebhaber lassen wir uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen!

 Delfine und Seelöwen aus nächster Nähe in  der Baird-Bucht

Gemeinsam mit dem Ehepaar Scholtz, das das Kangaluna Camp leitet, fahren wir an eine grosse australische Bucht, um von dort nach Port Lincoln zu fahren – unsere letzte Station auf der Eyre Halbinsel. Bevor wir ans Meer fahren, legen wir einen kurzen Zwischenstopp ein, um einen Freund der Familie Scholtz zu besuchen, der mit einem riesigen Mähdrescher sein Weizenäkerchen bearbeitet, das „gerade mal“ 400 Hektar (ca. 1.5 Quadratkilometer) misst – australische „Massstäbe“ eben! Schliesslich erreichen wir die Baird-Bucht. In einem Tauchcenter macht sich gerade eine Gruppe bereit, mit Delfinen und Seelöwen „schwimmen“ zu gehen. Mit dem Boot von Alan fahren wir aufs Meer hinaus und treffen schon bald die ersten Delfine. Die Ausflugsteilnehmer, die mit Flossen und Taucheranzug ausgestattet sind (das Wasser ist nämlich ziemlich kalt), tauchen vor einer kleinen Insel ins Wasser, die zwischen den beiden Endpunkten der Bucht liegt, bevor das offene Meer beginnt.

Nun ist der Augenblick der Seelöwen gekommen, die hier in grosser Anzahl vertreten sind. Es ist eine wahre Freude, den Seelöwen zuzusehen, deren Junge besonders lebhaft sind: Spielerisch kämpfen die jungen Seelöwen miteinander und immer wieder springen sie ins Wasser und animieren schliesslich selbst den dicken Seelöwen (den Vater) dazu, sich endlich  zu seinen zahlreichen Jungen im klaren Wasser der Bucht zu gesellen.  

In Richtung Port Lincoln

Auf der Fahrt entlang der Küste zum äussersten Punkt der Insel bieten sich dem Betrachter herrliche Panoramablicke. Steile Küstenklippen, die im Laufe der Jahrhunderte durch das Meer geformt wurden, führen in schwindelerregender Tiefe ins Wasser. Andere Küstenabschnitte sind niedrig und sandig und durch zahlreiche Buchten unterbrochen, die mehrere Kilometer ins Landesinnere reichen. An besonders eindrucksvollen Aussichtspunkten legen wir kurze Pausen ein. In der Nähe einer Marmortafel, die an ein Schiffsunglück erinnert, das sich vor längst vergangenen Zeiten ereignete, ist eine grosse Lagune mit klarem, stillem Gewässer zu finden – ein klarer Kontrast zum blauen Meer mit seinem starken Wellengang. Wir fahren entlang der Coffin Bay (der vielsagende Name bedeutet übrigens Sarg-Bucht) bis wir schliesslich Port Lincoln erreichen.


Reisebericht von Federico Formigani  (Teil 2) mit freundlicher Genehmigung von Flex/TUI - Zürich

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