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Jemens wildes Wadi Hadramaut

Zwischen Aden und der Grenze zum Oman erstrecken sich Hunderte Kilometer weitgehend einsamer Küste. Doch interessant wird es vor allem im Hinterland: das Hadramaut ist der kulturelle Höhepunkt. Leider lässt die Sicherheitslage entspannte Besuche nicht mehr zu. Unser Reporter Ibn Kitaba hat sich für diesen Bericht zwischen hohen Lehmburgen

Über mehr als 1300 Kilometer erstreckt sich die Südküste vom Bab al-Mandab, dem Eingang zum Roten Meer, entlang des Indischen Ozeans bis an die Grenze zum ’Oman. Hier liegen die zwei größten Städte des Südens, ’Aden und al-Mukalla. Drei große Wadis münden im Süden ins Meer. Im südlichen Hochland entspringen Wadi Tuban und Wadi Bana. Fruchtbare Deltas markieren ihre Mündungsgebiete westlich von ’Aden.

Eine karge, bis zu 2000 Meter hohe Hochebene, al-Jol, trennt das Wadi Hadramaut von der 150 Kilometer entfernten Küstenebene. Das knapp 250 Kilometer lange Wadi gliedert sich in drei Abschnitte: Im Westen liegt al-Kasr mit den Nebentälern Wadi Du’an und Wadi al-’Ain. Der mittlere Abschnitt heißt al-Batina. Der östliche Teil von Shibam bis Tarim mit dem Nebentälern Wadi Bin ’Ali und Wadi ’Idim trägt den Namen as-Sarir. Die Fortsetzung des Haupttals bildet das knapp 300 Kilometer weiter südöstlich den Indischen Ozean erreichende Wadi al-Masila.

Berühmt ist der Hadramaut für seine beeindruckende Lehmarchitektur. Der absolute Höhepunkt ist das als »Chicago der Wüste« bezeichnete Shibam. Darüber hinaus jedoch bietet der gesamte Hadramaut einschließlich der Küste wunderschöne Landschaften. Statt mit Krummdolchen, Kalaschnikows, Jalabiya und Sakko schmücken sich die Männer im Süden mit einer farbenprächtigen Kopfbedeckung und buntem Hüfttuch.

Die Frauen der Beduinen tragen die burqa’, eine kunstvoll bestickte, geheimnisvoll wirkende Gesichtsmaske und Kleidung in grellen Farben. Typisch sind auch die gubbas, die hohen Strohhüte der Frauen im Wadi Hadramaut. Ungewöhnlich ist der Hang zur farbenprächtigen Fassadengestaltung, im Wadi Du’an am ausgeprägtesten zu sehen. Die Frauen von Tarim sind weithin bekannt für ihre ausgesprochen schönen und diffizilen Hennabemalungen.

Während im Norden nachmittags die Suqs geöffnet bleiben, kommt das öffentliche Leben im Hadramaut vom Mittag bis zum Sonnenuntergang völlig zum Erliegen. Die Menschen fliehen vor der großen Hitze und widmen sich ihrer »siesta orientale«.

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