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Am 19. April kam es in den meisten Städten Nicaraguas zu Protesten unter der Führung von Studenten gegen die Regierung. Auslöser der Demonstrationen war eine umstrittene Sozialreform, die inzwischen von der Regierung wieder zurückgenommen wurde. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der autoritären und korrupten Regierung Daniel Ortegas und seiner Ehefrau nahm jedoch bereits über einen längeren Zeitraum zu.

Die Proteste wurden von der Polizei und von bezahlten Schlägertrupps der „sandinistischen Jugend“ brutal niedergeschlagen und es sind bis zu 65 Tote zu beklagen. Der Versuch die Morde zu vertuschen und die Weigerung der Regierung, unabhängige internationale Organisationen zur Aufklärung zuzulassen, sorgten für eine breite Solidarität der Bevölkerung mit den Studenten und es kam in der Folge zu weiteren Grosskundgebungen gegen die Regierung in allen Städten. Diese verliefen bis letzte Woche grösstenteils friedlich.

Die ziemlich offensichtliche Taktik der Regierung ist es nun, der protestierenden Bevölkerung Gewalt und Plünderungen in die Schuhe zu schieben, die in der Tat jedoch von der regierungstreuen „sandinistischen Jugend“ verursacht wird. So kam es am Wochenende in Masaya zu Zusammenstössen, in deren Folge der bei Touristen beliebte Markt in Brand gesteckt wurde. Die Situation in Nicaragua ist äusserst angespannt und es ist jederzeit mit Ausbruch von Gewalt zu rechnen, auch in touristischen Hochburgen wie Granada oder León.

Wir raten deshalb ab sofort bis Ende Juni von Reisen nach Nicaragua ab und schätzen die Lage dann erneut ein. Bereits gebuchten Gästen haben wir ein Alternativprogramm in Costa Rica angeboten. Für Mittwoch dieser Woche sind Gespräche zwischen der Regierung und der Opposition anberaumt. Der Internationale Gerichtshof für Menschenrechte wurde zur Beobachtung der Gespräche eingeladen und das ist eine gute Nachricht. Wir hoffen, dass sich die Lage bald beruhigt und eine friedliche Lösung gefunden wird, damit das Land wieder zu seinem Wachstumskurs zurückkehren kann.

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Christian Wagner

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