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Wie sich Reiseerlebnisse ins Gedächtnis einprägen, wie sie sich von anderen Erinnerungen unterscheiden und wie sie den Menschen beeinflussen. Das hat die Swiss in einer GfK-Umfrage analysiert und dazu den Neuropsychologen Lutz Jäcke ins Feld geführt.

Im Auftrag der Swiss hat die GfK SE (Gesellschaft für Konsumforschung) im Juli 2018 eine Umfrage zum Thema Reiseerinnerungen in der Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Italien und den USA durchgeführt. Befragt wurden pro Land 1000 Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren.

Hier die Ergebnisse aus der Schweiz. Die grosse Mehrheit der Schweizer, also rund 87,5%, wünscht sich einen besonders glücklichen Reisemoment noch einmal erleben zu können. Mehr als zwei Drittel der Befragten (70,6%) denkt auch nach mehreren Monaten mindestens einmal pro Woche an die Ferienerlebnisse zurück. Männer tun dies eher in «unangenehmen» Situationen – auf dem Arbeitsweg (34,1%) und bei Stress am Arbeitsplatz (31,8%). Frauen erinnern sich dafür am Morgen beim Aufstehen und vor dem Schlafengehen (35,1%) an schöne Momente aus den Ferien zurück.
«Die besondere Erinnerung daran ergibt sich aus dem Kontrast zum Alltag und zu dem, was wir als normal empfinden. Vor allem Ferien und Reisen sind reich an Erlebnissen, die auch später im Alltag motivieren und entspannen», erklärt Prof. Dr. Lutz Jäncke, der am psychologischen Institut der Universität Zürich einen Lehrstuhl für Neuropsychologie innehat.

Reiseerinnerungen halten ein Leben lang
Mehr als die Hälfte der Befragten (54,6%) gibt an, schöne Ferienmomente auf Fotos festzuhalten, da sie Angst haben, sie andernfalls wieder zu vergessen. 48,2% würde ihre Ferienfotos um keinen Preis, auch nicht für eine Million Schweizer Franken, unwiederbringlich löschen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet, sagt Jäncke: «Ferienmomente bleiben uns oft ein Leben lang erhalten. Der Grund dafür ist, dass Ferienerlebnisse häufig von ausgesprochen positiven Emotionen begleitet werden und sich deshalb besonders intensiv in unser Gedächtnis einprägen.»
69,5% der befragten Schweizer gaben an, dass es insbesondere Bilder sind, die ihnen nach ihren Reisen auch Jahre später in Erinnerung bleiben, gefolgt von Menschen (47,4%) und dem Essen (43,9 %). «Der visuelle Sinn spielt eine sehr grosse Rolle, da die Evolution uns als „Sehtiere“ konstruiert hat. Visuelle Informationen sind für den Menschen von besonderer Bedeutung und werden vorrangig verarbeitet», erklärt Jäncke. Obwohl Wahrzeichen oft als Hauptmotivation einer Reise gelten, sind es nicht die Touristenattraktionen, an die die intensivsten und schönsten Reiseerinnerungen geknüpft sind (25,3%), sondern vor allem Landschaften und die Schönheit der Natur (70,7%) sowie die Zeit mit Freunden und Familien (48,3%).

Reisen verändern
Die Mehrheit (52,4%) aller Befragten gibt sogar an, dass sie schon einmal eine Reise gemacht haben, die sie verändert hat: 17,6% haben nach einer Reise eine neue Beziehung angefangen – im Tessin trifft dies sogar auf ein Viertel aller Befragten zu. Fast ein Fünftel legte sich ein neues Hobby zu und jeder zehnte Mann hat sich nach einer Reise für einen neuen Job entschieden.
Reisen und die Erinnerung daran haben durchaus die Kraft, unsere Persönlichkeit zu formen, erläutert Jäncke: «Wir sind unser Gedächtnis oder anders gesagt: Wir sind das, was wir über uns erinnern», so der Wissenschaftler, «die Informationen, die in unserem Gedächtnis gespeichert sind, spannen den Rahmen unserer persönlichen Erfahrungen auf. Ferien- und Reiseerinnerungen nehmen eine bevorzugte Position innerhalb dieses Erfahrungsraums ein – und sind deshalb wesentliche Grundpfeiler unserer Persönlichkeit.»

Aus travelnews.ch vom 16.08.2018

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